Pharmakopöe Europa und Helvetica: Das ist der Status Quo

Der Hauptzweck dieser Qualitätsnorm für therapeutische Produkte besteht darin, durch eine angemessene Temperaturüberwachung sicherzustellen, dass alle Produkte, die auf den Markt kommen, wirksam, sicher und von hoher Qualität sind.

Pharmakopöe Europa und Helvetica

Seit einiger Zeit stellt ELPRO eine Zunahme der Supportanfragen ihrer Kunden bezüglich der verwendeten Kalibriermethoden fest. Der Grund dafür sind die zunehmenden Beanstandungen bei den Inspektionen durch die zuständige kantonale Überwachungsbehörde oder Swissmedic und die Inspektionsstelle der Region.

Diese Beanstandungen resultieren fast ausnahmslos aus dem neuen Regelwerk der Schweizerischen Pharmakopöe, der so genannten Pharmacopeia Helvetica, welches häufig falsch ausgelegt wird.

Laut der Pharmakopöe Europa und Helvetica wurden diese Regeln ursprünglich eingeführt, um die früheren Vorschriften für die Kalibrierung von Thermometern zu vereinfachen. Bevor die neuen Richtlinien umgesetzt wurden, mussten alle Akteure in der Wertschöpfungskette, die Medikamente, Wirkstoffe und Medizinprodukte herstellen und vertreiben, ein Thermometer von Pharmacopeia Europe verwenden.

Jetzt können alle Beteiligten jedes verfügbare Instrument zur Temperaturmessung verwenden, solange es innerhalb des zugelassenen Bereichs kalibriert wurde.

Aufgrund der bei ELPRO eingegangenen Supportanfragen wird empfohlen, besonderen Wert auf die Anforderungen an die Überwachung der Transport- und Umweltbedingungen zu legen, um Abweichungen bei den Inspektionen zu vermeiden.

Spezifische Anforderungen der Pharmakopöe Helvetica in Bezug auf Instrumente zur Temperaturmessung

Die Pharmakopöe Europa und Helvetica legen fest, dass zur Temperaturmessung nur kalibrierte Temperaturmessgeräte verwendet werden dürfen, die für den aktuell gemessenen Temperaturbereich geeignet sind.

Zusätzlich sollten diese Temperaturmessgeräte in der Lage sein, die in der Pharmakopöe Europa genannten Temperaturangaben auf die nächstliegende Nachkommastelle genau anzuzeigen.

In der Pharmakopöe Europa und Helvetica heisst es weiter, dass diese Instrumente zur Temperaturmessung in gleichmässigen Abständen geeicht werden sollten. Die Art und Weise, wie diese Intervalle festgelegt werden, sollte sich jeweils an dem damit verbundenen Risiko orientieren.

Darüber hinaus sollte die Kalibrierung dieser Temperaturmessgeräte auf die national anerkannten Normale zurückverfolgt werden können, in Übereinstimmung mit dem CIPM-MRA (International Committee for Weights and Measures Mutual Recognition Arrangement), das dem BIPM (International Bureau of Weights and Measures) untersteht.

Interne Kalibrierungen der Geräte zur Temperaturmessung sollten jedoch nur mit einem geeigneten Temperaturmessgerät, das in einem zugelassenen Prüflabor kalibriert wurde, und nur nach den zugelassenen vordefinierten Verfahren durchgeführt werden.

Zudem wird von den kantonalen Kontrollstellen langsam aber sicher eine Zweipunktkalibrierung verlangt, die den gesamten Betriebsbereich umfasst. Diese Art der Kalibrierung sollte von Zeit zu Zeit wiederholt werden.

GMP-Apothekenleitfaden für die pharmazeutische Temperaturüberwachung

Wenn Datenlogger eine Temperaturüberschreitung erreicht haben, löst die Datenlogger-Basis einen Alarm aus. Für die pharmazeutische Temperaturüberwachung wurden speziell einige unabhängige Überwachungssysteme entwickelt.

Für mehr Details
GMP-Apothekenleitfaden für die pharmazeutische Temperaturüberwachung

Die Auswahl der Kalibrierpunkte

Bei der Auswahl der Kalibrierpunkte sollten Sie sich an dem gewünschten Anwendungsbereich orientieren. Bei einer Zweipunkt-Kalibrierung sollte beispielsweise ein Punkt knapp oberhalb des Anwendungsbereichs und der andere Punkt knapp unterhalb des Anwendungsbereichs gesetzt werden.

Wenn ein Kühlschrank einen Anwendungsbereich zwischen 2˚C und 8˚C hat, sollte er bei 0˚C und 10˚C kalibriert werden. ELPRO empfiehlt darüber hinaus die Durchführung einer Dreipunkt-Kalibrierung, die sowohl für den Demonstrationsprozess als auch für die Stabilität der Geräte genutzt werden kann.

Informationen, die ein richtlinienkonformes Kalibrierungszertifikat nach der Pharmakopöe Helvetica ausweisen

Ein konformes Kalibrierungszertifikat sollte zunächst ein Akkreditierungslogo und eine Akkreditierungsnummer aufweisen, die deutlich sichtbar sind. Das Labor, das die Kalibrierung durchgeführt hat, sollte mit seiner Adresse auf dem Zertifikat vermerkt sein, und wenn die Kalibrierung vor Ort durchgeführt wurde, ist auch der Nachweis zu erbringen, wo sie durchgeführt wurde.

Falls die Kalibrierung zufällig in einem ausländischen Labor durchgeführt wurde, sollte das ILAC-Logo zusammen mit dem lokalen Akkreditierungszeichen angegeben werden, um sicherzustellen, dass es sich um das Äquivalent von SCS handelt.

Als nächstes sollte der Kalibrierschein eindeutig und ohne grosse Anstrengung zu identifizieren sein. Zusätzlich sollte die Messkette deutlich sichtbar sein und mit einer Seriennummer versehen werden.

Darüber hinaus wird standardmäßig verlangt, dass die Kontaktinformationen und der Name des Kunden auf dem Dokument angegeben werden. Sollten diese Informationen einmal nicht vorhanden sein, empfiehlt ELPRO, diese Entscheidung in einer Risikoanalyse zu dokumentieren.

Der Nachweis der Rückverfolgbarkeit auf die Kalibrierstandards durch das Labor, das die Kalibrierung durchgeführt hat, sollte ebenfalls im Zertifikat enthalten sein. Handelt es sich bei dem Kalibrierzertifikat um ein ISO 17025 Zertifikat, wird die Rückverfolgbarkeit auch durch die Akkreditierungsbehörde sichergestellt.

Ein richtlinienkonformes Kalibrierungszertifikat sollte auch die zum Zeitpunkt der Kalibrierung herrschenden Umgebungsbedingungen enthalten.

Auf dem Zertifikat muss mindestens ein Zweipunkt-Kalibriersystem, angegeben werden, wie es nach dem Stand der Technik empfohlen wird. Gemäss Pharmakopöe Helvetica soll die Kalibrierung der Messeinrichtungen in regelmässigen Abständen durch Mehrpunktmessungen über den gesamten Arbeitsbereich erfolgen.

Die bei der Kalibrierung verwendete Methode sollte auf dem Kalibrierungszertifikat angegeben werden, um sicherzustellen, dass die Kalibrierung bei Bedarf unter denselben Bedingungen wie die Erstkalibrierung wiederholt werden kann.

Falls Reparaturen oder Anpassungen vorgenommen wurden, sollte dies zum Zeitpunkt der Messungen klar vermerkt werden. ELPRO gibt in jedem Zertifikat die Art der Kalibrierung an. Wenn die Ausgangs- und Eingangskalibrierung überprüft wurde, kann ELPRO vermerken, dass keine Änderungen am Messsystem vorgenommen wurden.

ELPRO stellt seinen Kunden immer zwei Zertifikate zur Verfügung. Das eine ist das Eingangszertifikat, das die Werte vor einer Reparatur oder Einstellung enthält. Das zweite ist das Ausgangszertifikat, das die Werte nach einem Austausch, einer Reparatur oder einer Justierung enthält.

Ein konformes Kalibrierungszertifikat sollte auch die Entscheidungskriterien enthalten, nach denen die Kalibrierung durchgeführt wurde, wenn die Konformitätserklärung vorgelegt wurde.

Ausserdem sollten die Person, die das Zertifikat genehmigt hat, der Tag, an dem der Kalibrierungsprozess durchgeführt wurde, und der Tag, an dem das Zertifikat erstellt wurde, deutlich auf dem Zertifikat angegeben sein.

Schliesslich sollte das Kalibrierungszertifikat die ermittelte Messunsicherheit angeben und einen Vermerk enthalten, aus dem hervorgeht, wie hoch diese Messunsicherheit ist und welcher Erweiterungsfaktor verwendet wurde.

K=2 ist der branchenübliche Erweiterungsfaktor. Der Prüfling und die Messunsicherheit sollten beide in derselben Einheit angegeben werden.

Fazit

Wenn die oben genannten Praktiken und Verfahren zur Temperaturkalibrierung befolgt werden, werden die hohen Standards von Pharmacopöe Europa und Helvetica stets erfüllt und somit Arzneimittel in bestmöglichem Zustand angeboten.